BERITT VON PFERDEN
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"Wir wollen dafür Sorge tragen, dass wir das junge Pferd nicht verdrießen und ihm seine freundliche Anmut nicht verleiden. Denn diese gleicht dem Blütenduft, welcher niemals wiederkehrt, wenn er einmal verflogen ist."
Antoine De La Pluvinel
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Herr Antoine De La Pluvinel spricht mir hier aus der Seele. Das ist genau die Erfahrung, die ich gemacht habe. Pferde, die gemaßregelt werden, ohne den Grund selbst erkennen zu können oder aus Angst vor lebhaften, dynamischen, lebendigen Reaktionen übertrieben zurückgenommen werden, verlieren ihren Esprit und ihren Glanz. Anmut und Blütenduft hört sich natürlich noch schöner an.
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Ich bemühe mich stets, das Reiten so stressfrei wie möglich für das Pferd zu gestalten. Das Pferd soll Vertrauen gewinnen und jedem kleinen Ausbildungsfortschritt mit Gelassenheit und Neugierde begegnen.
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"Man kommt nicht ohne Tadel aus, aber Tadel schränkt ein, Belohnung erweitert."
Gerhard Roth, Neurobiologe, Philosoph
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Das wird grundsätzlich beim Reiten leider häufig vergessen. "Keine Strafe ist Lob genug."
Eigentlich ein Scherz, aber lobende Reiter sind eine Seltenheit. Dabei ist aus lernpsychologischer Sicht bekannt, dass Strafe blockiert und Lob stärkt. Auch das nutze ich beim Reiten der Pferde, die es einem sehr danken. Ohne Konsequenz und Tadel geht es natürlich nicht, wichtig ist aber, dass es für das Pferd immer nachvollziehbar ist, da es sonst abstumpft und in eine erlernte Hilflosigkeit rutscht oder es zu einem Machtkampf kommt, den es zu vermeiden gilt.
Ich möchte, dass das Pferd Spaß an der Arbeit hat und dem Reiter vertraut. Mein Ziel ist ein, in allen drei Grundgangarten fleißiges Pferd, das sich an die Reiterhand anlehnt, willig auf die Reiterhilfen reagiert und diese neugierig erwartet.